GSB 7.0 Standardlösung

Bau- und bauwerksbedingte Emissionen / Immission in Wasser und Boden (SP-204)

Das Bild zeigt Probeplatten Quelle: © BASt, BAW

Im Projekt „Bau- und bauwerksbedingte Emissionen/Immissionen in Wasser und Boden (BAU-WB)“ arbeiten die Bundesanstalt für Gewässerkunde, die Bundesanstalt für Straßenwesen, die Bundesanstalt für Wasserbau, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sowie das Eisenbahn-Bundesamt zusammen.

Baustoffe enthalten eine Vielzahl an Substanzen, die unter anderem durch Ausgasung, Abrieb, Lösung oder Korrosion in die angrenzenden Umweltmedien (Boden, Grund-, Oberflächen- und Meerwasser) emittieren und dort die Umwelt sowie die menschliche Gesundheit gefährden können. Bei Bau und Erhaltung der Verkehrsinfrastruktur kommen je nach Verwendungszweck sehr unterschiedliche Baustoffe zum Einsatz. Welche Stoffe wie stark daraus emittieren hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, z.B. von Witterung, Einbauort und Inhaltsstoffen der eingesetzten Baustoffe. Entsprechende Informationen sowie Daten über Umweltwirkungen im relevanten Konzentrationsbereich liegen oft nicht oder nur spärlich vor und sind meist nicht aggregiert zugänglich.

Im Rahmen der novellierten EU-Bauproduktenverordnung (Nr. 305/2011) wird ausdrücklich eine Bewertung zur Umweltverträglichkeit von Bauprodukten beziehungsewise Bauwerken gefordert. Im Hinblick auf Bauprodukte und die Umwelt muss somit zu jeder Phase des Lebenszyklus von Bauprodukten/Bauwerken (Bauphase – Unterhaltung – Rückbau) die Umweltverträglichkeit gewährleistet sein.

Um praxisnahe Aussagen zur Beständigkeit der Produkte, Freisetzung und Bildung von Stoffen und deren Abbauprodukten sowie den damit verbundenen (öko-) toxikologischen Auswirkungen treffen zu können, wird ein iterativer Ansatz durch Kombination von Labor- und Felduntersuchungen verfolgt. In Laborstudien werden die Prozesse aufgeklärt, welche zur verminderten Beständigkeit von Bauprodukten und zur Freisetzung/Bildung von (Schad-)Stoffen führen. Die Übertragbarkeit dieser in Laborstudien ermittelten Prozesse wird direkt in Feldstudien überprüft. Hierbei sind auch die auf den jeweiligen Verwendungszweck abgestimmten bautechnisch (physikalischen) Eigenschaften zu berücksichtigen, um einen möglichst integralen Bewertungsansatz von Baustoffen hinsichtlich der Anwendung und der (öko-) toxikologische Auswirkung zu erhalten.

Die Ergebnisse sollen in einer webbasierten Rechercheplattform münden, die Auskunft über mögliche Umweltrisiken zu bau- und bauwerksbedingten Emissionen/Immission gibt. Ziel ist es, über diese Rechercheplattform die notwendigen Informationen zu bau- und bauwerksbedingten Emissionen, Expositions- und Freisetzungsszenarien sowie stoffspezifischen Ausbreitungspotenzialen abrufen zu können.

Koordination:

Dr. Thomas Ternes, Bundesanstalt für Gewässerkunde

Beteiligte Behörden:

  • Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
  • Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)
  • Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)
  • Eisenbahn-Bundesamt (EBA)