GSB 7.0 Standardlösung

Integrierte Klimawirkungsbewertung & Nutzerdialog (SPT-104)

Wie können der Verkehr und die Verkehrsinfrastruktur widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel gestaltet werden?

Das Bild zeigt die Struktur des Themenfeldes Klimawandelfolgen und Anpassung Schwerpunktthemen des Themenfeldes Klimawandelfolgen und Anpassung während der laufenden Forschungsphase seit 2020

Im Schwerpunktthema Integrierte Klimawirkungsbewertung & Nutzerdialog untersuchen die Forschenden, welche Elemente der Verkehrsinfrastruktur mehr Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegenüber Klimawandelfolgen benötigen. Die Ergebnisse dienen als wichtige Grundlagen, um anschließend gezielte Anpassungsmaßnahmen im Verkehrssystem durchzuführen und hierdurch die Widerstandsfähigkeit des Verkehrssystems insgesamt zu erhöhen. Für die übergreifende Betrachtung der Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserstraße erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Auswirkungen verschiedener klimatischer Einflüsse und Wirkungen:

Klimatische EinflüsseWirkungen
  • Hitze
  • Meeresspiegelanstieg
  • Starkregen
  • Sturm
  • Trockenheit
  • Brände
  • Erosion
  • Extremwellen
  • Gravitative Massenbewegungen
  • Hochwasser
  • Niedrigwasser
  • Sturmfluten
  • Sturmwurf
  • Sturzfluten
  • Wasserbeschaffenheit

Hierzu führen sie die Erkenntnisse aus den Teilschritten der entwickelten Methode „Klimawirkungsanalyse“ weiter zusammen: Die Betroffenheit (Exposition, Klimawandel & Extreme) und Anfälligkeit (Sensitivität, Verkehrsinfrastruktur & Anpassung) der Verkehrsinfrastruktur sowie die Auswirkungen klimawandelbedingter Störungen auf Verkehrsflüsse (Kritikalität, Verkehr & Anpassung).

Weiterentwicklungen der Klimawirkungsanalyse

Das Schwerpunktthema vereint alle Ergebnisse der Klimawirkungsanalyse. Es wird mit einem integrativen Ansatz analysiert wo, wann und in welchem Maße Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsströme durch Klimawandelfolgen betroffen und beeinträchtigt sein können. Hierfür berücksichtigen die Forschenden potenzielle Auswirkungen des Klimawandels auf verschiedenen Maßstabsebenen von Einzelobjekten hin zu netzweiten Betrachtungen. Um die Klimawandelfolgen integrativ abzuschätzen, identifizieren sie Kenngrößen und integrieren diese in die Klimawirkungsanalysen: Beispielsweise stürzen mit zunehmenden Windgeschwindigkeiten mehr Bäume um, was den Betrieb von Straße und Schiene stören kann (Klimawandel & Extreme).

Die Nutzung von elektrifizierten Oberleitungen macht dabei bestimmte Gleisabschnitte besonders anfällig gegen Sturmwurf (Verkehrsinfrastruktur & Anpassung). Die Auswirkungen auf den Verkehrsfluss bestimmen die Expertinnen und Experten unter anderem durch das werktägliche Verkehrsaufkommen, aber auch durch die Verfügbarkeit möglicher Ausweichrouten (Verkehr & Anpassung). Die Forschenden streben an, Herangehensweisen zu entwickeln, welche einerseits möglichst übergreifend für die Funktionalität der Wasserstraße, Straße und Schiene anwendbar sind, aber andererseits bei Bedarf auch spezifischere Betrachtungen erlauben.

Die Widerstandsfähigkeit des Verkehrs und der Infrastruktur

Zusätzlich befasst sich dieses Schwerpunktthema mit der Identifikation, Beschreibung und Etablierung von Schnittstellen der übergreifenden Klimawirkungsanalyse zum Themenkomplex Widerstandsfähigkeit (Resilienz). So soll der Aspekt Klimawandel in Resilienzmanagementsysteme eigebunden werden. Damit fließen die Erkenntnisse aus dem Themenfeld Klimawandelfolgen und Anpassung in Entwicklungen ein, welche themenfeldübergreifend im BMVI-Expertennetzwerk vorangetrieben werden.

Nutzerdialoge

Die Arbeiten innerhalb des Schwerpunktthemas Integrierte Klimawirkungsbewertung & Nutzerdialog beziehen von Beginn an die Nutzerinnen und Nutzer der Forschungsergebnisse auf politisch-planerischer und operativer Ebene sowie der Verkehrs- und Logistikbetriebe mit ein. So tauschen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit den Nutzerinnen und Nutzern beispielsweise zu bedarfsorientierten Kennwerten und Informationsprodukten aus. Ebenso diskutieren sie den Umgang mit möglichen Unsicherheiten der Forschungsergebnisse, welche der Arbeit mit Klimaszenarien und Modellen eigen sind. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, Klima-Anpassungsmaßnahmen der Verkehrsinfrastruktur und des Verkehrs an die Folgen des Klimawandels zu bewerten und zu priorisieren. Für einen Wissenstransfer zwischen den Behörden und zu den Nutzerinnen und Nutzern stellen die Forschenden Daten, Methoden, Karten und weitere Informationsprodukte zur Verfügung. Auf vergleichbare Art und Weise arbeiten sie dem DAS-Basisdienst "Klima und Wasser" (Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel) zu.

Koordination

Dr. Martin Hämmerle
Bundesanstalt für Wasserbau
martin.haemmerle@baw.de

Christoph Brendel
Deutscher Wetterdienst
christoph.brendel@dwd.de

Lara Klippel
Deutscher Wetterdienst
lara.klippel@dwd.de

Beteiligte Behörden

  • BASt
  • BAW
  • DZSF/EBA
  • BfG
  • DWD
  • BSH