GSB 7.0 Standardlösung

Themenfeld 1: Verkehr und Infrastruktur an Klimawandel und extreme Wetterereignisse anpassen

Innerhalb des Themenfelds 1 im BMVI-Expertennetzwerk werden die durch Klimaveränderungen und extreme Wetterereignisse bedingten Verwundbarkeiten für Verkehr und Infrastruktur bestimmt und darauf aufbauend entsprechende Anpassungsoptionen entwickelt. Hierbei ist die Resilienz gegenüber extremen Wetterereignissen und den Folgen des Klimawandels sowie eine nachhaltige Nutzbarkeit der Verkehrsinfrastruktur von besonderer Bedeutung. Durch die Vernetzung des Expertenwissens von DWD, BSH, BfG, BAW, EBA und BASt werden die jeweiligen spezifischen Kenntnisse zur Klimaentwicklung mit praxisbezogenem Wissen zu den drei Verkehrsträgern Straße, Schiene und Wasserstraße zusammengeführt.

Thematische Schwerpunkte

Das Themenfeld wird im Rahmen von neun Schwerpunktthemen (SP) bearbeitet. Die für die Klimawirkungsanalysen benötigten atmosphärischen, ozeanographischen und hydrologischen Informationen (historische Messdaten und statistisch aufbereitete Klimaprojektionsdaten) werden im Schwerpunkt „Szenarienbildung“ (SP-101) bereitgestellt. Hier werden Aussagen zu den beobachteten und zukünftig erwarteten Änderungen von Niederschlag, Wind, Seegang, Strömungen und Meeresspiegelverhalten erarbeitet, einschließlich der jeweiligen Extremwertbetrachtungen.

Das Bild zeigt eine überflutete Straße Quelle: © Luftbildfotograf - Fotolia

Basierend auf praxisrelevanten Klimaindikatoren und spezifischen Wirkmodellen zur Bewertung der Klimafolgen wird die Betroffenheit der Verkehrsträger Straße, Schiene und Wasserstraße analysiert. Dabei stehen vier Gefährdungen im Vordergrund: Hochwasser (SP-103), Sturm (SP-104), Hangrutschungen (SP-105) und wasserstraßenspezifische Gefährdungen (SP-106). Basierend auf umfangreichen Vorarbeiten im Ressortforschungsprogramms KLIWAS werden beispielsweise die Auswirkungen des Klimawandels auf die schiffbaren Gewässer untersucht. Die Befahrbarkeit und die transportierten Gütermengen sind in besonderem Maße durch Schwankungen des Wasserstands betroffen. Studien zum Thema Niedrigwasser und die Analyse multipler Risiken aus dem Zusammenspiel von Klimawandel, Änderungen im Güterverkehr sowie menschlicher Eingriffe in den Wasser- und Sedimenthaushalt stehen im Mittelpunkt.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Analyse von Extremsituationen. Neben einer aktuellen Gefährdungsanalyse sollen die Veränderungen unter dem Einfluss des Klimawandels untersucht werden. Dabei werden auch verkehrsträgerübergreifende Aspekte betrachtet. Extreme Wetterereignisse wirken auf Schifffahrt, Bahn und Straßenverkehr in unterschiedlicher Form. Länger anhaltende Perioden geringer Niederschläge können zu Niedrigwasser in den Bundeswasserstraßen führen. Extremer Wind, aber auch Hangrutschungen aufgrund starker Niederschläge beeinflussen den Schienen- und den Straßenverkehr. Hochwasser und Überflutungen können an einigen Orten alle drei Verkehrsträger betreffen.

Die Ergebnisse der Klimafolgenuntersuchungen fließen in ein verkehrsträgerübergreifendes Risikomanagementsystem ein. Dieses wird auf der Basis bereits vorhandener Teilsysteme aufgebaut, z. B. des im Rahmen von AdSVIS entwickelten Ansatzes, und um die zusätzlich betrachteten Risikoursachen erweitert (SP-102).

Als Reaktion auf die projizierten Auswirkungen des Klimawandels werden Anpassungsoptionen entwickelt und getestet, sowohl für einzelne Verkehrsträger als auch verkehrsträgerübergreifend (SP-107).

In Fokusgebieten der Küste und des Binnenlands werden die entwickelten Methoden und Werkzeuge angewendet und validiert (SP-108, SP-109).

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